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Barrierefreier Tourismus

BARRIEREFREIER TOURISMUS (BF. T.)
Diese immer mehr entwickelte Branche der Wirtschaft, garantiert Menschen, die einen besseren Zugang bedürfen, unabhängige und tatsächliche Inanspruchnahme von touristischen Leistungen und Produkten. Wobei es kein Hindernis darstellt, ob beim Touristen die Wahrnehmung, die Motorik oder die Psyche beeinträchtigt ist. Wichtig ist das Endergebnis – Urlaub, Ausflüge und Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten, die an die individuellen Wünsche und Möglichkeiten der einzelnen Person angepasst sind. Barrierefreier Tourismus berücksichtigt die Beeinträchtigungen von Motorik und Wahrnehmung, kognitive/geistige und psychische Beeinträchtigungen, Reisende mit Kindern im Kinderwagen, sowie ältere Personen welchen das Reisen aufgrund anderer gesundheitlicher Probleme (Diab. Allerg. usw…) schwerfällt.
Barrierefreier Tourismus ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt und auch derzeit gibt es keine einheitliche Definition. Unbestreitbare Tatsache ist, dass der barrierefreie Tourismus den Zugang zu touristischen Leistungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen garantiert, egal ob sie motorischer, wahrnehmungsverminderter, psychischer oder physischer Art sind.
„Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben in Ländern oder im Inland zu reisen, Veranstaltungen, oder Sehenswürdigkeiten die er sich wünscht zu besuchen.“ (Nordiska Hanidkapplitiska Radet, 2002).
Heute werden für den barrierefreien Tourismus verschiedene Bezeichnungen verwendet: „Tourismus für alle“, „integrativer Tourismus“, „ universeller Tourismus“, „ Tourismus ohne Grenzen“. (Takayama Deklaration, Appendix, UNESCAP, 2009). Neben den verschiedenen Bezeichnungen finden sich auch verschiedene Definitionen von Simon Darcy:
„Barrierefreier Tourismus ermöglicht Menschen mit erschwertem Zugang unter Berücksichtigung ihrer motorischen, wahrnehmungs- und geistigen/kognitiven Beeinträchtigung, die unabhängige und tatsächliche Inanspruchnahme, von allgemein angebotenen Reiseprodukten, Leistungen und Standorte. Diese Definition umfasst alle Menschen auch jene mit Kindern im Kinderwagen, Menschen mit Behinderung und ältere Personen.“ (Darcy & Dickson, 2009, s. 34)

 

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK DER ENTWICKLUNG DES BARRIEREFREIEN TOURISMUS
Die Ausgangsbasis für die Entwicklung des Barrierefreien Tourismus finden wir in der Erklärung des Menschenrechtsgesetzes, das am 10. Dez.1948 akzeptiert und erklärt wurde. Die Erklärung/Deklaration legt schon in den einleitenden Artikeln die Freiheit und Gleichgerechtigkeit/ -wertigkeit, außer acht lassend der Rasse, Hautfarbe, Volks- oder Sozialschicht- Zugehörigkeit, Eigentum, Geburtsort oder sonstige Umstände, zu Grunde. (1.2. Artikel). Im Weiteren wird das Recht auf Bewegungsfreiheit(13.Punkt), Pausen und Freizeit (Punkt 24) geregelt. Aufgrund der Erklärung des Menschenrechtsgesetztes wurden viele Vorschläge zum Thema Tourismus, sowie auch zum Thema Behinderung beschlossen. Der Ausdruck barrierefreier Tourismus bzw. „Tourismus für alle“ wurde im Jahre 1989 von einer internationalen Gruppe von Engländern öffentlich verwendet. Der Tourismus für alle hat sich in Europa schnell verbreitet und es folgten wichtige Veränderungen in der Gesetzgebung, Entwicklung und in der Wahrnehmung der Barriere im touristischen Bereich.
Gleichzeitig mit der Entwicklung von Dokumenten im europäischen Bereich hat sich auch unabhängig davon, in Slowenien der Tourismus und die gleichwertige Eingliederung von Menschen mit Behinderung und anderen Randgruppen in die Gesellschaft entwickelt. Die Anfänge des barrierefreien Tourismus fanden in Kurorten statt, wo es vor allem um die gesundheitliche Wiederherstellung der beeinträchtigten Menschen ging, nicht aber um einen Urlaubsaufenthalt für Menschen mit Behinderung. Durch die Ferienanlagen und Urlaubsangebote von einzelnen Behindertenorganisationen, deren Nutzung den Mitgliedern dieser vorbehalten waren hat sich der barrierefreie Tourismus weiter entwickelt. Mit dem barrierefreien Tourismus haben wir uns in Slowenien seit dem Projekt NETMEN im Jahre 2006, näher beschäftigt und entwickelten touristische Angebote für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. (Kores, 2010)
Im slowenischen Tourismus ist den Begriff barrierefreier Tourismus schon länger bekannt. In dieser Brache wurden viele Studien und Projekte von Non – Profit Organisationen für Menschen mit Behinderung, die die Annäherung zwischen barrierefreien Tourismus und dem slowenischen Tourismus (Vorschlag: slowenischen Tourismusanbietern), langsam als Marktnische erkannten, durchgeführt. Wenngleich es in dieser Branche noch viel zu tun gibt, vor allem in den Bereichen der Sensibilisierung und der Ausbildung, aber auch im Bereich der Vorbereitung unterschiedlicher Programme, die den barrierefreien Tourismus in Slowenien ermöglichen sollen.

 

KRITERIEN FÜR DIE BARRIERERNFREIHEIT
Die Angebote des barrierefreien Tourismus müssen auf unterschiedlichem Niveau erfolgen. Durch die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse bestehen derzeit keine allgemein einheitlichen Bedingungen/Kriterien. Verschiedene Länder versuchen in unterschiedlichen Bereichen die Kriterien so zu gestalten, dass ein möglichst guter Informationszugang gewährleistet wird. In Slowenien wurden beim Projekt NETMEN, von einer der führenden Non – Profit Organisation ŠENT, Slowenische Vereinigung für mentale Gesundheit, zum ersten mal grundlegende Kriterien für Barrierefreiheit vorgegeben. Die Kriterien wurden weiterentwickelt und bilden heute die Grundsätze für das „Zertifikat Behindertenfreundlich“. (Sirše, Kores, 2009). Die Hauptkriterien des barrierefreien Tourismus, sind barrierefreier Zutritt, Informationszugriff, wirtschaftliche Nutzung und psycho – soziale Zugänglichkeit. (Laura, 2010)
Der barrierefreie Zugang besteht vor allem durch das gegebene/vorhandene Umfeld, das nicht auf einen bestimmten Standort /Gebäude fixiert ist. Die Garantie alleine auf Nutzung einzelner barrierefreier Standorte genügt nicht, der Schlüssel liegt in der Verbindung zwischen den Standorten den Weg dorthin und dem übrigen gegebenen Umfeld. Es muss auch darauf aufmerksam gemacht werden, dass es hier nicht nur um Veränderungen zur barrierefreien Nutzung der Zielgruppe körperbehinderte Menschen geht, sondern dass bei der Errichtung des barrierefreien Umfeldes auch die Bedürfnisse anderer Zielgruppen mit einzubeziehen sind.
Der Informationszugang ist für den zahlenden Kunden sehr wichtig. In der heutigen Zeit kennen wir verschiedene Informationssysteme, dies außeracht lassend, sollte jedes Informationssystem es ermöglichen, Detailinformationen zu enthalten, die korrekt und überprüft sind. Zu dem muss garantiert werden dass es zu keinen Kommunikationsungereimtheiten/Missverständnissen zwischen Kunden und Anbietern führen kann. (Laura, 2010)
Wirtschaftliche Nutzung. Es besteht die falsche Annahme, dass Menschen mit Behinderung bzw. Menschen mit besonderen Bedürfnissen, eine geringere Kaufkraft besitzen als die Allgemeinheit. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Menschen einen größeren finanziellen Aufwand für Anreise und Unterbringung, erbringen müssen. Diese Mehrkosten entstehen vor allem durch nicht barrierefreien Tourismusangebote. (Laura, 2010)
Psycho- soziale Barrierefreiheit. Beim barrierefreien Tourismus steht man oft dem Problem von vielen Vorurteilen gegenüber und ist unvorbereitet für die Entwicklung und Anpassung eines Tourismusangebotes für alle. Menschen mit Beeinträchtigungen werden häufig durch die Vorurteile der „Tourismusangestellten“ unterbewertet, deshalb wird ihnen nicht die gleiche qualitative Leistung erbracht wie anderen Gästen. (Laura, 2010). Barrierefreiheit wird oft falsch Verstanden und gilt als besondere Urlaubsform/Tourismusform für Menschen mit Behinderung, tatsächlich sind die Anpassungen für alle Nutzbar, auch für Gäste die keine besonderen Bedürfnisse haben.

 

ZIELGRUPPEN UND DEREN BEDÜRFNISSE IM BARRIEREFREIEN TOURISMUS
Verschiedene Definitionen des barrierefreien Tourismus lassen erkennen, das er auf die Bedürfnisse von Menschen, die Probleme im Bereich der Motorik, dem Sehen, dem Gehöhr, dem Kognitiven, der Intelligenz oder der Psyche haben, ausgerichtet ist. Der barrierefreie Tourismus ist nicht nur, wie oft angenommen, Tourismus für Menschen mit Behinderung, sondern für alle Menschen, die ähnliche Probleme haben. Zu dieser Gruppe gehören auch ältere Menschen, Mütter mit Kinderwägen, erkrankte Personen und andere. (Kores, 2010)
Anhand der Art der besonderen Bedürfnisse der Menschen unterteilen wir 4 größere Gruppen von Menschen mit:
1. Körperbehinderung/Bewegungsbeeinträchtigung,
2. Wahrnehmungsbeeinträchtigung,
3. Geistige und psychische Beeinträchtigung,
4. andere Beeinträchtigungen (z.B. Allergien, Diabetes usw.).
Hierbei muss festgehalten werden, dass Aufgrund der Unterschiedlichkeit der persönlichen Bedürfnisse, nicht alle Menschen in einer der oben angeführten Gruppen erfasst werden können. Auch besteht die Möglichkeit das verschiedene Arten von Beeinträchtigungen sich überkreuzen/schneiden/überlagern oder nicht wahrnehmbar sind. (Laura, 2010). Zum Verstehen des barrierefreien Tourismus ist es wichtig, vor allem die Bedürfnisse der Zielgruppen zu verstehen, deshalb werden in weiterer folge dieses Artikels diese Bedürfnisse kurz ausgeführt/abgehandelt.

 

ZIELGRUPPEN UND DEREN BEDÜRFNISSE NACH DER ART IHRER BEEINTRÄCHTIGUNG
Die Erkennung der Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe ist beim barrierefreien Tourismus von besonderer Wichtigkeit, da die Anpassung des aktuell bestehenden Tourismusangebotes für die Bedürfnisse der Zielgruppe, direkt erfolgt. Für alle Zielgruppen, gleich welcher Art von Beeinträchtigung, ist es unbedingt erforderlich für einen geeigneten und glaubwürdigen Informationsfluss, zwischen Tourismusanbieter und Menschen mit Beeinträchtigung zu garantieren. Die Informationen müssen klar, d. h. die Form muss den Fähigkeiten des Touristen mit Beeinträchtigung entsprechend angepasst werden. Die Informationen beziehen sich auf die Zugänglichkeit des gegebenen Umfeldes und der Leistung für die speziellen Bedürfnisse des Menschen. Oftmals brauchen Menschen mit Beeinträchtigung einen persönlichen Assistenten, deshalb sind die Vorbereitung und das Wissen der Tourismusmitarbeiter, wie sie sich im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung zu verhalten haben, sehr wichtig. Der barrierefreie Tourismus besteht aus drei wichtigen Grundsätzen: Freiheit, Gleichgerechtigkeit und Respekt, deshalb ist der Zugang für Menschen mit Beeinträchtigung besonders hervorzuheben. In der Fortsetzung werden die Grundbedürfnisse der einzelnen Gruppen erläutert, wenngleich die Abhandlung aller Bedürfnisse von Zielgruppen und das Implementieren von Lösungen der Tourismusbrache einer eigenen Abhandlung bedürfen.
Zu Menschen mit einer Körperbehinderung zählen wir jene die einen Rollstuhl benützen oder andere Beeinträchtigungen der Motorik haben. Menschen mit Körperbehinderung sind am auffälligsten in den Gruppen von Menschen mit Beeinträchtigungen, da sie häufig durch Rollstuhl, Krücken oder andere Behelfsmittel zu erkennen sind. Dadurch sind ihre Bedürfnisse auch besser erkennbar. Ihre Bedürfnisse sind eng mit dem gegebenen Umfeld verknüpft, da sie die größten Anpassungsprobleme haben. (Laura, 2010) Durch die besser erkennbaren Probleme dieser Zielgruppe endet der barrierefreie Tourismus häufig bei dieser Zielgruppe.
Weniger sichtbare Probleme haben Menschen mit Wahrnehmungsbeeinträchtigungen, zu ihnen zählen wir blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie gehöhrlose und höhrbeeinträchtigte Menschen. Die Probleme der Menschen mit Wahrnehmungsstörungen sind am häufigsten durch die ausnahmslose Anpassung an ihr Urlaubsumfeld und durch einige technische Hilfsmittel zu lösen. Mit diesen Problemen sind oft ältere Personen konfrontiert, die einen großen Marktanteil im barrierefreien Tourismus darstellen.
Eine größere Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigungen, deren Probleme sich untereinander wesentlich unterscheiden, sind Menschen mit unterschiedlichen intellektuellen und psychischen Problemen. Hier müssen wir vor allem zwischen Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit einer psychischen Erkrankung unterscheiden.
Menschen mit geistiger Behinderung haben verminderte geistige Fähigkeiten im intellektuellen Bereich und ihr Entwicklungsalter ist niedriger als ihr kronologisches Alter. Aufgrund ihres Entwicklungsalters haben wir es mit Kindern zu tun, die aber vom sozialen Gesichtspunkt und aufgrund der erworbenen Erfahrungen, als Erwachsene zu behandeln sind. Die Erweiterung des barrierefreien Tourismus für diese Zielgruppen bedeutet vor allem herstellen von persönlichen Kontakten, klare und einfache Informationen und das verwenden von Piktogrammen. (Svetina, Jesih, Bizjak, Kovač, 2007)
Die Bedürfnisse von Menschen mit psychischer Erkrankung sind fast ungleich zu erkennen, außer bei sehr ausgeprägten Symptomen der psychischen Erkrankung. In jedem Falle gilt das Freundlichkeit, Offenheit und Aufmerksamkeit immer der Schlüssel zum Wohlbefinden sind. (Laura, 2010)
Die unterschiedlichste Zielgruppe ist jene der „andere Beeinträchtigungen“, da es sich vor allem um durch Erkrankung entstandene Beeinträchtigungen handelt, z. B. Asthma, Epilepsie, Diabetes, Allergien und andere. Ihre Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich, deshalb ist bei dieser Gruppe der Informationsfluss zwischen Tourismusanbietern und dem Touristen von besonderer Bedeutung, sowie auch das bereit sein der Tourismusbranche auf entstehende Bedürfnisse, schnell reagieren zu können.

 

MARKTPOTENZIAL DES BARRIEREFREIEN TOURISMUS
Der Tourismus zählt zu der Wirtschaftsbranche mit der größten Perspektive in Europa sowie auch in Slowenien. In Zeiten der Wirtschaftskrise, die sich auch im Tourismus und in der immer größer werdenden Konkurrenz zwischen den Tourismusanbietern, die schnell ansteigend ist, suchen Tourismusanbieter neue Zielgruppen. In letzter Zeit ist die Entwicklung von touristischen Angeboten, speziell für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, schnell angestiegen. Dies sind die Folgen von vermehrten Gesetzesänderungen, zur gleichgerechten Eingliederung der Randgruppen in die Gesellschaft, welche die EU mit ihr auch Slowenien, umsetzt und aufgrund dessen Tourismusanbieter die Bedürfnisse von Randzielgruppen besser erkennen und umsetzen können.
Auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind bereit für ihren Urlaub einen größeren Teil ihrs Einkommens auszugeben. Dazu zählen auch Sozialprogramme von öffentlichen Einrichtungen die den Tourismus durch finanzielle Zuschüsse unterstützen und Untersuchungen ergaben/belegen, das diese Investitionen sich mehrheitlich rentieren. Es wird geschätzt, dass die Nachfrage zum barrierefreien Tourismus im Europa bei 127,5 Mill. Menschen oder 80 Mrd. Euro liegt. (Buhalis,2006)

 

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